Einladung zum Kiezspaziergang

Gegen Ferienwohnungen und Verdrängung

Seit Jahren verschärft sich die Wohnungssituation in Berlin. Vor allem in den Kiezen im Innenstadtbereich, wie Kreuzberg und Neukölln. Die Entwicklungen kennt jede und jeder von euch: Mietwohnungen werden zu Eigentum umgewandelt, Altbauten luxussaniert. Wohnungen aus reinem Profitinteresse zu Ferienwohnungen umfunktioniert. Die Mieten steigen drastisch an. Refugees haben keine Chance auf menschenwürdigen Wohnraum, sie werden in inakzeptablen Massenlagern untergebracht. Nachbar_innen mit wenig Geld müssen ausziehen. Wohnungslose und ihre Initiativen werden vertrieben. Roma werden im Stadtraum diskriminiert, Wohnraum ist für sie aussichtslos.

Die Folgen der Berliner Wohnungspolitik sind klar, sie sind gewollt und für jeden ersichtlich: Wer kein Kapital hat, soll auch keinen Raum haben in dieser Stadt!

DAMIT IST JETZT SCHLUSS! LASST UNS DIE KRÄFTE GEGEN DIE VERDRÄNGUNG ZUSAMMENFÜHREN.

Seit Jahren kämpfen Initiativen, Gruppen und Banden gegen die Verdrängung in den Berliner Kiezen an: In Kotti &Co haben sich die Mieter_innen rund um das Kottbusser Tor zusammengeschlossen. In der Berlichingenstr. In Moabit kämpft eine Gruppe von Wohnungslosen gegen den Rausschmiss aus ihrer Unterkunft. Bizim Bakal steht für die Organisierung gegen die Vertreibung aus dem Wrangelkiez. Refugees haben über Monate für selbstverwaltete Räume in der Schule in der Ohlauerstr. gekämpft. Romas besetzen seit Wochen immer wieder neue Orte, um ihr Bleiberecht und soziales Grundrecht auf angemessenen Wohnraum durch zu setzen. Die Initiative Unser Block bleibt wehrt sich in Nordneukölln massiv gegen die rabiaten Methoden des Investors. Linksradikale Gruppen initiieren Besetzungen, um ein soziales Zentrum aufzubauen. Künstler_innen und Anwohner_innen verhindern den Verkauf des Kreuzberger Dragonerareals an private Investoren. Linke Freiräume wie das Drugstore, die Potse, M 99, Kanal und Rigaer 94 setzen sich gegen permanente Angriffe zur Wehr. Das Bündnis Zwangsräumung verhindern solidarisiert sich mit Räumungsbedrohten und initiiert Widerstandsaktionen. In Pankow besetzen Rentner_innen ihren Seniorentreffpunkt. Der Kiezladen Friedelstr. 54 mobilisiert seit Monaten gegen die Kündigung ……. Und es bilden sich Cliquen, die Ferienwohnungen in Neukölln und anderswo in der Stadt zurückerobern.

Die Verdrängung aus den Stadtteilen wird auch durch die verbreitete Unsitte, Wohnraum in Ferienwohnungen umzuwandeln, massiv forciert: Wohnraum wird zweckentfremdet, kapitalträchtig ausgeschlachtet und dem Wohnungsmarkt entzogen. Der Profit steigt so um das Zehnfache. Die Anzahl der Ferienwohnungen wird in Berlin auf rund 24.000 geschätzt. Im beliebten Kreuzkölln ist die Dichte der Ferienwohnungen besonders massiv. Zwischen Kottbusser Str., Maybachufer, Pannierstr. und Sonnenallee finden sich über 200 Inserate für komplette Wohnungen allein bei airbnb. Trotz des seit Mai 2016 gültigen Zweckentfremdungsverbots wird der Berliner Senat diesem Szenario kein Ende bereiten.

Das Recht auf Stadt wird auch in puncto Ferienwohnungen umgesetzt. Das Konzept ist einfach und für alle Initiativen, Gruppen und Banden machbar: Ferienwohnungen im Kiez recherchieren. Nicht vermietete Zeiträume auskundschaften, Leute mobilisieren. Transparente malen, Flugblätter schreiben, Kuchen backen, Tür öffnen und: Ferienwohnung besetzen! Zuletzt geschehen in Berlin Neukölln, Maybachufer 19. Und es geht weiter. Die Besetzer-Cliquen sind Teil einer sozialen Bewegung, die seit Jahren gegen die Verdrängung kämpft, sich immer wieder neu formiert und sich beständig erweitert hat.

Die Frage, wem gehört die Stadt, ist einfach und klar zu beantworten: In Berlin gibt es Raum für alle. Holen wir uns die Stadt zurück!

Wir laden alle ein zum Kiezspaziergang zu umkämpften Orten und neuralgischen Punkten in Nordneukölln

11.09.2016

Beginn: 15 Uhr Reuterplatz

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Urteil gegen Zweckentfremdung

Wie nicht anders erwartet entscheidet dieser Staat zu Gunsten der Besitzenden!

Indem Zweitwohnungen nun nicht mehr unter das Verbot der Zweckentfremdung fallen, müssen Ferienwohnungsbesitzer_innen nun ledglich einen Zweitwohnsitz anmelden und alles ist wie vorher.

Da sieht man es mal wieder: Der Politik ist nicht zu trauen, lieber selber machen. Es gilt weiterhin:  Häuser besetzen, Ferienwohnungen sowieso!

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Redebeitrag Demonstration Tempelhofer Feld Ferienwohnungen besetzen – jederzeit und überall

In den vergangenen Jahren ist das Grundrecht auf Wohnen immer mehr zum Luxusgut geworden. Refugees werden an den absurdesten Orten auf engstem Raum ohne Privatsphäre untergebracht. Viele von Euch erleben das hier seit einem Jahr in den Hangars des ehemaligen Flughafen Tempelhof. Besonders für reisende Frauen mit oder ohne Kinder ist diese Situation unerträglich.

Menschen mit wenig Geld wird es verwehrt in den Innenstädten zu leben. Unterkünfte für Wohnungslose werden geschlossen. Für arme Menschen ist es unmöglich, eine bezahlbare Wohnung zu finden.

Gleichzeitig nehmen sich wenige, die es sich leisten können, immer mehr Raum in der Stadt – sei es mit Eigentumswohnungen, Konsumtempeln, exklusiven Freizeiträumen oder Ferienwohnungen. In Berlin gibt es nach Schätzungen rund 25.000 Ferienwohnungen. Wohnraum wird so dem Wohnungsmarkt entzogen. Dabei steigt der Profit für die Vermieter_innen um das Zehnfache. Trotz des Zweckentfremdungsverbots setzt der Berliner Senat dem kein Ende. Das sehen wir an den unzähligen Ferienwohnungsportalen, das erleben wir auch jeden Tag in unserer Nachbarschaft. Allein airbnb bietet in Berlin mehr Ferienwohnungen an als in Hamburg, München, Köln und Frankfurt zusammen.

Alles verändert sich, wenn Du es veränderst

Um dem gewollten staatlichen Versagen konkretes Handeln entgegenzusetzen, haben wir im  Mai eine Ferienwohnung in Neukölln besetzt. In den vier Stunden Besetzung haben sich ca. 80 Besucher_innen die Wohnung angeguckt. Es gab Kaffee und Kuchen und die Stimmung vor dem Haus und in der Wohnung war fantastisch. Auch die Leute in der Nachbarschaft fanden die Aktion gut und haben das offene Mikro bei der Kundgebung vor dem Haus genutzt, um ihren Ärger über die Situation in Berlin öffentlich zu machen.

Wir  sagen: Es gibt keinen Wohnungsmangel in Berlin, wir müssen uns die Wohnungen, leeren Häuser und Bürogebäude nur immer wieder aneignen. Wir haben mit dieser Aktion den Ball aufgenommen, den Aktivist_innen mit einer beschlagnahmten und umgewidmeten Ferienwohnung im Wedding uns zugeworfen haben.

Das wird nicht unsere letzte Besetzung gewesen sein. Und wir hoffen, dass andere Menschen ihre prekarisierte Situation verändern, indem sie sich nehmen, was ihnen zusteht: Wohnungen für alle!

Ferienwohnungen besetzen – Refugees und Wohnungslose einziehen lassen!

Wohnen ist ein Menschenrecht!

Berlin für alle!

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Farbe für Carla

Hier das bekennerschreiben einiger Genoss*innen die unseren Kampf unterstützten. Dank an euch:

In der nacht von mittwoch auf donnerstag haben wir das neukoellner kino von carla molino, der besitzerin mehrerer ferienwohnungen, mit farbeiern beworfen.

Carla molino gehoert unter anderem die ferienwohnung am maybachufer 19, die am 3. mai besetzt worden war. Sie ist verantwortlich fuer den brutalen bulleneinsatz und hat die besetzer_innen angezeigt. Die besetzung richtete sich gegen die vernichtung von wohnraum und machte ausserdem deutlich, dass es genuegend wohnungen fuer alle geben könnte, würde dieser nicht unter kapitalistischen bedingungen sein dasein fristen. Ferienwohnungen zu gefluechtetenwohnungen war programm dieser besetzung. Angesichts zehntausender kaum genutzter ferienwohnungen und einem verbot, dass aus personalmangel nicht umgesetzt wird, erscheint es noch zynischer ein linkes antifaschistisches projekt wie die kadterschmiede zu raeumen, mit der begruendung platz fuer gefluechtete machen zu wollen. Der verschissene senat behauptet es fehlen leute um das ferienwohnungsverbot umzusetzen, gleichzeitig sind mehrere hundertschaften seit drei wochen quasi in die rigaer eingezogen. Hier fehlt es nicht an personal, hier soll irgendwie verdeckt werden was oberste prioritaet bürgerlicher herrschaft ist: die verwaltung kapitalistischer eigentumsverwertung.

Henkel und seine schergen sind gestern schwer auf die schnauze gefallen. Der hund der nach dem rechtsstaat bellt wurde von selbigem in den arsch gebissen. Noch ist die kadterschmiede von hasschaoten besetzt, allein deshalb geben wir keine ruhe.

fuer den 9. august ist zudem die raeumung vom m99 angekündigt. Das werden wir nicht zulassen. Die letzten wochen können als vorgeschmack für einen heissen august verstanden werden.

Wir wissen es gibt genug wohnraum fuer arme, gefluechtete und fuer alternative projekte, holt sie bei den bonzen, holt sie bei carla.

Wir fordern carla auf die anzeigen zurueckzuziehen und ihre wohnungen menschen die sie brauchen zur verfuegung zu stellen.

 

Bullenschweine raus aus der rigaer

haende weg vom m99

kanal und friedel bleiben

henkel muss weg

 

gruesse an die 2 gefaehrt_innen die von den bullen seit samstag gefangen gehalten werden

 

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Repression nach Besetzung einer Ferienwohnung am Maybachufer 19 am 3.5.2016

Bitte sagen Sie jetzt nichts

Bei der Besetzung der Ferienwohnung am Maybachufer 19 in Berlin-Neukölln kam es laut Angaben der Bullen zu 29 Ingewahrsamnahmen.

 

Im Namen der Vernetzung von Repressionsbetroffenen veröffentlichen wir folgenden Text:

Bei der Besetzung der Ferienwohnung am Maybachufer 19 in Berlin-Neukölln kam es laut Angaben der Bullen zu 29 Ingewahrsamnahmen. Wir haben uns sehr gefreut, dass die Aktion viele Menschen begeistert hat und sich so viele auch spontan beteiligt haben. Die überflüssigen Festsetzungen und Personalienfeststellungen sind dabei ärgerlich, noch blöder ist allerdings das Gefühl, mit einer eventuellen Anzeige wegen Hausfriedensbruch oder ähnlichem allein zu sein. Wir wünschen uns einen gemeinsamen und solidarischen Umgang mit der Repression. Da wir nicht zu allen Betroffenen direkt vor Ort Kontakt aufnehmen konnten, möchten wir auf diesem Weg alle Betroffenen auffordern, sich beim Ermittlungsausschuss Berlin zu melden, damit wir dafür sorgen können dass niemand allein gelassen wird.

EA Berlin: 030 6922222 / ea-berlin@riseup.net
PGP-Key findet ihr hier: https://ea-berlin.net/kontakt

Sprechstunde: immer Dienstags von 20 bis 22 Uhr
Gneisenaustraße 2a, 2. Hinterhof rechts, 1. OG rechts, 10961 Berlin

Verschlüsselt Eure Mails wenn möglich und schickt Euren Schlüssel mit, damit wir antworten können! Schickt uns keine Erlebnisberichte oder Gedächtnisprotokolle unverschlüsselt!

Und nicht vergessen: Keine Aussage bei Polizei und Justiz!

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Besetzungsaktion: Apartment mit Kanalblick

3236489635.thumbnailBericht von der Besetzung einer Ferienwohnung am Maybachufer 19 – Gestern am 3. Mai wurde gegen 16:30 Uhr im Berliner Reuterkiez eine Ferienwohnung besetzt und für alle geöffnet. Oben in der Wohnung gab es Kaffee, Kuchen und Musik. Über mehre Stunden kamen Leute vorbei, die die Wohnung besichtigten. Insgesamt gab es viel positives Feedback von Passant_innen, Nachbar_innen wie auch von Bewohner_innen des Hauses. Es wurden Rosen, vegane Schoki und Erdbeeren hochgebracht.

Viele fanden es gut, mit der Aktion konkret auf das Problem der Ferienwohnungen in Berlin aufmerksam zu machen: In Berlin gibt es rund 25.000 Ferienwohnungen in Berlin, davon mindestens 209 im Reuterkiez. Die besetzte Wohnung wurde für 107 Euro pro Nacht vermietet. Das Inerat für diese Ferienwohnung und für weitere ihrer neun Eigentumswohnungen von Carla Molino in Berlin (sie hat noch zwei in Rom) ist heute schon nicht mehr auf den gängigen Portalen, wie wimdu.de zu finden. Das Haus am Maybachufer 19 war als ehemaliger Sozialwohnungsbau vor wenigen Jahren in Eigentumswohnungen umgewandelt worden, die Mieter_innen mussten alle ausziehen wegen Mieterhöhungen bis zu 100 Prozent. Das hat eine ehemalige Mieterin erzählt, die zufällig vorbei kam und die Einladung der Kundgebung angenommen hat, von ihren Erfahrungen zu berichten.

 

Vor dem Haus waren in den gesamten vier Stunden bis zur Räumung immer rund 100 Leute. Viele nutzten die Chance, sich die Wohnung genauer anzusehen, verteilten weit über 1000 Flyer und genossen den von den Besetzer_innen spendierten Kuchen. Die Bullen kamen erst nach etwa einer Stunde, laut Medienberichten, weil ein Anwohner sie gerufen hatte. Sie haben dann die bereits von uns mit Transparenten blockierte Straße nochmal gesperrt und eine ganze Weile versucht mit der Eigentümerin Kontakt aufzunehmen.

 

Währenddessen gab es Redebeiträge verschiedener Initiativen wie der Weisekiez-Ini (Neukölln), Kreuzberg von Unten, dem Bündnis Zwangsräumung verhindern und dem Social Center for all (wäre cool, wenn die hier auch noch gepostet werden würden). Thematisiert wurden die (Wohnraum-) Situation von Geflüchteten und Menschen mit wenig Einkommen, rassistische Polizeigewalt und der notwendige Widerstand gegen Lager und den ganzen Scheiß. Auch Anwohner_innen berichteten von ihren Erfahrungen mit Ferienwohnungen, Mieterhöhungen und Verdrängung.

 

Nachdem sie eine ganze Weile außer dumm rumzustehen und filmen nichts gemacht hatten, gingen die Bullen plötzlich und ziemlich ruppig gegen die Kundgebung vor und drängte die Leute auf die gegenüberliegende Straßenseite. Von dort ging die dann angemeldete Kundgebung aber lautstark weiter, bis zur Räumung dauerte es trotzdem noch eine ganze Weile.

 

Auf dem Weg hoch zur Wohnung im 4.Stock wurden erstmal 7 bis 8 Leute aus dem Treppenhaus von den Bullen rabiat zur Identitätsfeststellung abgeführt. Ihnen wurde mündlich mit einer Anzeige gedroht. Dann haben die Bullen gemerkt, dass die Besetzer_innen immer noch in der Wohnung waren. Auch schien es so, als ob die chaotische 13. Hundertschaft sich im Stockwerk geirrt hatte. Nach einer weiteren dreiviertel Stunden haben sie dann die richtige Wohnung mit einem Rammbock gestürmt. Die Zwölf, die beschlossen hatten bis zuletzt in Carlas Wohnung zu bleiben, wurden einzeln gefesselt zur Wanne gebracht. Vier wurden zur ED-Behandlung in die GeSa gebracht. Am späten Abend wurden sie von Genoss_innen mit Schnaps empfangen.

 

Gegen 21Uhr gab es noch eine angemeldete spontane Demonstration mit etwa 80 Leuten zu dem Programmkino, an dem Carla Miteigentümerin ist.

 

Insgesamt eine gelungene Aktion, bei der sich viele Menschen spontan eingebracht und beteiligt haben. Und natürlich wurde aufgefordert, sich auch die restlichen 24.999 Ferienwohnungen zu nehmen.

 

Gegen Ferienwohnungen nicht nur die Klappe aufmachen!

Vermieter_innen vermöbeln statt möbliert vermieten!

 

Fotos:

 

https://www.flickr.com/photos/neukoellnbild/albums/72157667857358586

 

Presse:

 

https://www.neues-deutschland.de/artikel/1010729.ferienwohnung-in-neukoelln-besetzt.html

 

http://www.morgenpost.de/bezirke/friedrichshain-kreuzberg/article207529411/Aktivisten-besetzen-Ferienwohnung-am-Maybachufer.html

 

http://www.bz-berlin.de/berlin/neukoelln/vier-festnahmen-bei-wohnungsbesetzung-am-maybachufer

 

http://www.bz-berlin.de/berlin/berlin-news-was-gestern-geschah-und-heute-wichtig-wird-2016-05-04

 

http://www.berliner-zeitung.de/berlin/polizei/maybachufer-polizei-loest-besetzung-einer-ferienwohnung-auf-24001420

 

 

http://www.tagesspiegel.de/berlin/berlin-neukoelln-ferienwohnung-am-maybachufer-besetzt/13540684.html

 

https://www.taz.de/!5300658/

 

https://www.taz.de/Ferienwohnung-in-Berlin-Neukoelln/!5301166/

 

http://www.rbb-online.de/politik/beitrag/2016/05/Aktivisten-besetzen-Ferienwohnung.html

 

http://www.bild.de/regional/berlin/randale/linke-besetzen-ferienwohnung-in-neukoelln-45646242.bild.html

 

http://www.berliner-kurier.de/berlin/kiez—stadt/startet-antifa-haeuserkampf–wohnungsnot-protest–ferienwohnung-am-maybachufer-besetzt-24003646

 

https://www.rbb-online.de/politik/beitrag/2016/01/ferienwohnung-besetzung-aktionsgruppe-basta.html

 

http://www.radioeins.de/programm/sendungen/modo1619/_/aktivisten-besetzen-ferienwohnung-in-berlin-neukoelln.html

 

https://www.freie-radios.net/76939

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Shit happens – dumm gelaufen

Besetzung einer Ferienwohnung in Berlin Kreuzberg am 29. März fehlgeschlagen +++ Aufkleber und Plakate verklebt +++ 04. April Flugblätter verteilt +++ Wir kommen wieder +++ Achtet auf Ankündigungen +++

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Die Idee:

Am Dienstag den 29. März wollten einige Menschen eine Ferienwohnung in der Eisenbahnstr. 12 in Berlin Kreuzberg besetzen.

 

Die Gründe:

In den vergangenen Jahren ist das Grundbedürfnis auf Wohnen immer mehr zum Luxusgut geworden. Geflohene Menschen werden an den absurdesten Orte

n auf engstem Raum untergebracht. Besonders für allein reisende Frauen mit oder ohne Kindern ist diese Situation unerträglich. Menschen mit wenig Geld werden an den Stadtrand verdrängt. Unterkünfte für Obdachlose geschlossen. Für Menschen mit wenig oder gar keinem Einkommen ist es unmöglich, eine bezahlbare Wohnung zu finden.

Gleichzeitig nehmen sich wenige, die es sich leisten können, immer mehr Raum in der Stadt – sei es mit Ferienwohnungen, Konsumtempeln oder exklusiven Freizeiträumen. In Berlin gibt es nach offiziellen Angaben rund 25.000 Ferienwohnungen. Wohnungen werden so zweckentfremdet und dem Wohnungsmarkt entzogen. Dabei steigt der Profit für die Vermieter_innen durch die Kurzzeitmieten um das Zehnfache.

Wir sagen: Es gibt keine Wohnungsnot in Berlin, wir müssen uns die Wohnungen, leeren Häuser und Bürogebäude nur aneignen.

 

Die Aktion (dumm gelaufen):

Alles war gut vorbereitet: Transpis, Schilder und Flugblätter waren gebastelt, Kuchen gebacken und Kaffee gekocht. Zahlreiche Initiativen, politische Gruppen und Einzelpersonen aus dem Kiez und aus ganz Berlin waren gekommen, um die Besetzung zu unterstützen. Dann hat uns der Zufall einen Strich durch die politische Aktion gemacht. Ein Nachbar und Freund des Ferienwohnungsvermieters tauchte auf und störte. Dieser Aktiv-Nachbar ließ nicht locker und rief die Bullen, die eine Person auf die Wache mitgenommen haben. Bei dem Genossen wurden neben Werkzeug, ein Transpi „Ferienwohnung besetzt“ und ein Flugblatt gefunden. Gegen ihn wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch eingeleitet.

Die Nachricht, dass die Besetzung schief gelaufen ist, verbreitete sich schnell unter den warteten Unterstützer_innen. Der ersten Enttäuschung folgte aber zugleich eine neue Entschlossenheit, die Besetzung an einem anderen Tag und an einem anderen Ort noch mal zu versuchen. Schließlich gibt es in Berlin geschätzte 20.000 bis 25.000 Ferienwohnungen. Aufkleber und Plakate gegen Ferienwohnungen wurden verteilt, die mittlerweile in ganz Berlin kleben. Kuchen mampfend und mit kraftvollen Rufen „wir sind Wiederholungstäter“ zerstreute sich die Meute.

 

Es geht weiter …

Heute, am 4. April, sind wir noch mal in die Eisenbahnstraße und haben das Nachbarschafts-Info-Flugblatt in den Briefkästen verteilt, was am 29. März nicht mehr ging.

 

Wir lassen uns von dem Misserfolg nicht entmutigen, die nächste Besetzung folgt… Ihr hört von uns …. Ferienwohnungen abschaffen!

 

Hier unser Flugblatt: Ferienwohn

ungen in unser Nachbarschaft abschaffen

 

Liebe Nachbar_innen, Interessierte und Empörte,

 

viele von uns begegnen immer häufiger Tourist_innen mit Rollkoffern in der Straße, sehen Gruppen von jungen Leuten, mehr oder weniger betrunken, von Kneipe zu Kneipe ziehen. Die meisten dieser feierlustigen und/oder kulturinteressierten Menschen wohnen direkt in unserer Nachbarschaft. Nicht lange und immer zu kurz, um sie wirklich kennenzulernen. Sie wohnen in einer Wohnung in unserem Haus, im Nachbarhaus oder in einer Wohnung in der Nachbarstraße. Kurz gesagt in Ferienwohnungen. Wir haben nichts dagegen, wenn jemand im Urlaub ist und seine Butze für die Zeit untervermietet. Aber wir haben etwas gegen Ferienwohnungs-Anbieter_innen die eine oder gleiche mehrere komplette Wohnungen an Tourist_innen vermieten, in denen vorher unsere Nachbar_innen

gewohnt haben und rausgeschmissen wurden.

 

Durch diese Anbietenden werden reguläre Mietwohnungen dem Markt entzogen. Und die Vermieter_innen leben von dem Business nicht schlecht, können sie doch ein vielfaches der regulären Miete aus Touristen_innen raus holen und damit ein nicht zu verachtendes Einkommen sichern. Bis zum 10-fachen der Miete ist bei guter Auslastung der Ferienwohnung möglich.

Und damit haben wir schon seit langem ein Problem. Wir finden Wohnraum ist keine Ware und schon gar nicht in Zeiten, in denen 10-tausende Menschen eine bezahlbare Unterkunft suchen. Es ist einfach nicht zu vertreten, dass Menschen in die Obdachlosigkeit gezwungen werden – weil es schlicht und einfach zu wenige bezahlbare Wohnungen auf dem Wohnungsmarkt gibt. Es geht nicht, dass Geflüchtete in Massenunterkünften wie den Hallen auf den Tempelhofer Feld oder in Turnhallen übernachten müssen – ohne den Hauch von Privatsphäre oder Sicherheit – während es bei uns in der Nachbarschaft hunderte von Ferienwohnungen gibt.

Ja, es sind hunderte Unterkünfte – das lässt sich schlicht und einfach bei einem Blick auf das Ferienwohnungsportal www.airbnb.de, dem größten Anbieter von Ferienunterkünften in Berlin, feststellen. Eine Semesterarbeit an der Uni Potsdam hat die Angebote von airbnb analysiert. Dort ist folgendes zu finden:

 

Im Februar 2015 wurden in Berlin 11701 Unterkünfte bei airbnb angeboten, das sind mehr als in Hamburg, München, Köln und Frankfurt zusammen. [aktuelle Ergänzung und nicht im Flugblatt Original: Laut Berliner Zeitung vom 26.03.16 gibt Airbnb selbst an, dass allein dieses Unternehmen 16.000 Angebote in ganz Berlin vermittelt.]

In unserer Nachbarschaft befinden sich davon:

 

In der Eisenbahnstraße: 25 Inserate

In der Köpenicker Straße: 38 Inserate

in der Manteuffelstraße: 44 Inserate

Am Lausitzer Platz: 10 Inserate

In der Wrangelstraße: 45 Inserate

In der Muskauer Straße: 22 Inserate

in der Skalitzer Straße: 44 Inserate

Das Zweckentfremdungsverbot vom Senat, das Ferienwohnungen nur im Ausnahmefall erlaubt, scheint auch nicht gewirkt zu haben, denn wir haben aktuell nachgezählt. Auf der interaktiven Karte von airbnb findet man die markierte Standort von Ferienwohnungen. (Stand März 2016)

Zwischen Köpenicker Str., Skalitzer Str., Kotti, Dresdener Str. und Heinrich-Heine-Str. befinden sich um die 270 Inserate. Und die Zahlen sind die Inserate nur von airbnb. Die zahlreichen Ferienwohnungen auf anderen Portalen sind nicht aufgeführt. Von den 25 Inseraten in der Eisenbahnstraße die 2015 auf airbnb.de angeboten wurden, finden sich auch ein Jahr später noch viele wieder. Mehr noch, wenn wir bei airbnb nach einer Unterkunft in der Eisenbahnstraße suchen, werden uns automatisch 40 Unterkünfte angeboten.

 

In der Eisenbahnstr. 12…

… befinden sich mindestens 4 Ferienwohnungen. Und das schon seit Jahren, so wissen Nachbar_innen zu berichten, denn bis zum letzten Jahr haben die Gäste öfters mal bis in die Morgenstunden bei offenen Fenster gefeiert. Seit einem Jahr ist es ruhiger, „es sollen bulgarische Bauarbeiter vom BER dort gewohnt haben“. Letzte Woche waren bei unserer Recherche englischsprachige Tourist_innen in drei der Wohnungen. Auf den Klingelschildern an der Eingangstür sind anstatt Namen, Zahlen aufgeklebt „1517“ und „20“ . Auf Ferienwohnungs-Portalen finden wir drei Ferienwohnungen in der Eisenbahnstr. 12. Der Vermieter nennt sich bei wimdu.de : „Mr. Berlin“. Bei Airbnb hat er das Profil „Kreuzberger“ und wird in den Bewertungen „Ari“ genannt. Hatten wir noch vor einem Monat alle drei Ferienwohnungen bei airbnb gefunden, ist seit einer Woche nur noch eine FeWo bei airbnb zu finden und zwei bei wimdu.de.

Eine Internetrecherche bringt ein wenig mehr. Unter: „firmenwissen.de“ findet sich für die Eisenbahnstr. 12 eine Selver Ari – Hausverwaltung, die ist in der Creditreform Firmendatenbank in dem Geschäftsfeld „Verwaltung von Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden für Dritte“ eingetragen. Das Unternehmen wird derzeit von einem Manager (1 x Inhaber) geführt. Creditreform Nr.: 2011506562. Einen Handelsregistereintrag konnten wir auf unternehmensregister.de nicht finden.

 

Wer selber nachschauen möchte:

airbnb.de/rooms/1918705,

wimdu.de/offers/66MPFJDE,

wimdu.de/offers/NMSCYTPR

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