Einladung zum Kiezspaziergang

Gegen Ferienwohnungen und Verdrängung

Seit Jahren verschärft sich die Wohnungssituation in Berlin. Vor allem in den Kiezen im Innenstadtbereich, wie Kreuzberg und Neukölln. Die Entwicklungen kennt jede und jeder von euch: Mietwohnungen werden zu Eigentum umgewandelt, Altbauten luxussaniert. Wohnungen aus reinem Profitinteresse zu Ferienwohnungen umfunktioniert. Die Mieten steigen drastisch an. Refugees haben keine Chance auf menschenwürdigen Wohnraum, sie werden in inakzeptablen Massenlagern untergebracht. Nachbar_innen mit wenig Geld müssen ausziehen. Wohnungslose und ihre Initiativen werden vertrieben. Roma werden im Stadtraum diskriminiert, Wohnraum ist für sie aussichtslos.

Die Folgen der Berliner Wohnungspolitik sind klar, sie sind gewollt und für jeden ersichtlich: Wer kein Kapital hat, soll auch keinen Raum haben in dieser Stadt!

DAMIT IST JETZT SCHLUSS! LASST UNS DIE KRÄFTE GEGEN DIE VERDRÄNGUNG ZUSAMMENFÜHREN.

Seit Jahren kämpfen Initiativen, Gruppen und Banden gegen die Verdrängung in den Berliner Kiezen an: In Kotti &Co haben sich die Mieter_innen rund um das Kottbusser Tor zusammengeschlossen. In der Berlichingenstr. In Moabit kämpft eine Gruppe von Wohnungslosen gegen den Rausschmiss aus ihrer Unterkunft. Bizim Bakal steht für die Organisierung gegen die Vertreibung aus dem Wrangelkiez. Refugees haben über Monate für selbstverwaltete Räume in der Schule in der Ohlauerstr. gekämpft. Romas besetzen seit Wochen immer wieder neue Orte, um ihr Bleiberecht und soziales Grundrecht auf angemessenen Wohnraum durch zu setzen. Die Initiative Unser Block bleibt wehrt sich in Nordneukölln massiv gegen die rabiaten Methoden des Investors. Linksradikale Gruppen initiieren Besetzungen, um ein soziales Zentrum aufzubauen. Künstler_innen und Anwohner_innen verhindern den Verkauf des Kreuzberger Dragonerareals an private Investoren. Linke Freiräume wie das Drugstore, die Potse, M 99, Kanal und Rigaer 94 setzen sich gegen permanente Angriffe zur Wehr. Das Bündnis Zwangsräumung verhindern solidarisiert sich mit Räumungsbedrohten und initiiert Widerstandsaktionen. In Pankow besetzen Rentner_innen ihren Seniorentreffpunkt. Der Kiezladen Friedelstr. 54 mobilisiert seit Monaten gegen die Kündigung ……. Und es bilden sich Cliquen, die Ferienwohnungen in Neukölln und anderswo in der Stadt zurückerobern.

Die Verdrängung aus den Stadtteilen wird auch durch die verbreitete Unsitte, Wohnraum in Ferienwohnungen umzuwandeln, massiv forciert: Wohnraum wird zweckentfremdet, kapitalträchtig ausgeschlachtet und dem Wohnungsmarkt entzogen. Der Profit steigt so um das Zehnfache. Die Anzahl der Ferienwohnungen wird in Berlin auf rund 24.000 geschätzt. Im beliebten Kreuzkölln ist die Dichte der Ferienwohnungen besonders massiv. Zwischen Kottbusser Str., Maybachufer, Pannierstr. und Sonnenallee finden sich über 200 Inserate für komplette Wohnungen allein bei airbnb. Trotz des seit Mai 2016 gültigen Zweckentfremdungsverbots wird der Berliner Senat diesem Szenario kein Ende bereiten.

Das Recht auf Stadt wird auch in puncto Ferienwohnungen umgesetzt. Das Konzept ist einfach und für alle Initiativen, Gruppen und Banden machbar: Ferienwohnungen im Kiez recherchieren. Nicht vermietete Zeiträume auskundschaften, Leute mobilisieren. Transparente malen, Flugblätter schreiben, Kuchen backen, Tür öffnen und: Ferienwohnung besetzen! Zuletzt geschehen in Berlin Neukölln, Maybachufer 19. Und es geht weiter. Die Besetzer-Cliquen sind Teil einer sozialen Bewegung, die seit Jahren gegen die Verdrängung kämpft, sich immer wieder neu formiert und sich beständig erweitert hat.

Die Frage, wem gehört die Stadt, ist einfach und klar zu beantworten: In Berlin gibt es Raum für alle. Holen wir uns die Stadt zurück!

Wir laden alle ein zum Kiezspaziergang zu umkämpften Orten und neuralgischen Punkten in Nordneukölln

11.09.2016

Beginn: 15 Uhr Reuterplatz

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